Programm:
A. Chatschaturjan
Adagio aus Spartacus-Suite Nr. 2
A. Arutjunjan
Konzert für Trompete und Orchester
Solist: Nick Pscheidt
Pause
M. Mussorgsky
Bilder einer Ausstellung
(Fassung von Maurice Ravel)
Universitätsorchester Dresden
Helmuth Reichel Silva, Dirigent
Sonntag, 28. Juni 2026, 18:00 Uhr
Lukaskirche Dresden
Einlass ab 17:15 Uhr
Karten:
Online: 14€ / 7€
Abendkasse: 15€ / 8€
Die drei Kompositionen unseres Konzerts lassen die reiche Tradition der armenischen und russischen Musik lebendig werden und eröffnen unterschiedliche Perspektiven auf Kunst zwischen Anpassung und Eigenständigkeit:
Mit Aram Chatschaturjans berühmtem Adagio aus der Spartacus-Suite Nr. 2 erklingt ein Werk von großer emotionaler Tiefe, das die Liebe zwischen dem Protagonisten Spartacus und seiner geliebten Phrygia charakterisiert. Dahinter steht ein Ballett über die conditio humana, das 1954 im Kontext der sowjetischen Kulturpolitik entstanden ist: Heldentum und Freiheit werden musikalisch verklärt und zugleich subtil hinterfragt. Chatschaturjan, selbst Armenier, ließ immer wieder rhythmische und melodische Elemente der armenischen Volksmusik in seine Kompositionen einfließen, die eine unverwechselbare Klangsprache entstehen lassen.
Auch das 1950 entstandene Konzert für Trompete und Orchester von Alexander Arutjunjan, ein Klassiker der Trompetenliteratur, ist tief in der armenischen Musiktradition verwurzelt. Es zeigt, wie unter der Doktrin des „Sozialistischen Realismus“ nationale Identität künstlerisch behauptet werden konnte. Die virtuose Solostimme verfügt über ein großes Spektrum zwischen Festlichkeit und Melancholie, zwischen öffentlichem Glanz und persönlichem Ausdruck.
Mit „Bilder einer Ausstellung“ von Modest Mussorgsky schließt sich der Kreis: Das 1874 für Klavier konzipierte Werk, das als Prototyp der Programmmusik gilt, führt die Hörer durch eine imaginäre Gemäldesammlung In unserem Konzert erklingt die 1922 von Maurice Ravel eingerichtete sinfonische Fassung. Mussorgsky, ein früher Vertreter eines eigenständigen russischen Stils, beeinflusste Generationen von Komponisten – auch jene, die später unter sowjetischen Vorzeichen arbeiteten.
Text: Ute Meyer